Großes Glück für Anka! Endlich nach 8 Jahren ein warmes Nest!
Normalerweise sollte man darüber betrübt sein, wenn ein Tier ins Tierheim muss. In diesem Fall war es aber ein Segen, denn Anka fand im Tierheim Menschen, die zwar nicht auf den ersten, aber auf den zweiten Blick in sie verliebt hatten und sie nun nie mehr hergeben würden. Ihre neuen Menschen kamen im Frühsommer 2010 ins Tierheim und wollten einem mittelgroßen Hund ein neues Zuhause schenken, ihren letzten hatten sie erst kürzlich durch Krankheit verloren. Anka gefiel ihnen zwar sofort, aber ihr fortgeschrittenes Alter verunsicherte die älteren Leutchen schon etwas. Da man es aber trotzdem versuchen wollte, schließlich war die Hündin zwar schon älter, aber noch nicht zu alt, kam man zu dem Entschluss, dass Anka bei ihnen probeweise einziehen sollte. Anka war erst mittwochs im Tierheim eingezogen und sollte in der darauffolgenden Woche dem Tierarzt vorgestellt werden.
Ihre bisherige Besitzerin war dement geworden und der Ehemann der Besitzerin, der den Hund vorher versorgt hatte, lebte auch nicht mehr. Anka lebte bei ihren ehemaligen Besitzern nur in einem kleinen unaufgeräumten Garten in einer kleinen Hundehütte, die eigentlich nur Schutz vor Regen, nicht aber Schutz vor Kälte gab. Manchmal durfte sie für ein paar Minuten auch in die Wohnung. Ihre Mahlzeiten bestanden manchmal aus Hundefutter oder aus Essensresten. Ausgeführt wurde sie nur dann, wenn die Tochter, die einen eigenen Haushalt im gleichen Ort hatte, gelegentlich kam und mit der Mutter und Anka zusammen spazieren ging. Ich hatte die Tochter schon im vergangenen Jahr einmal aufgesucht, um mit ihr über die Hündin und ihre Haltung zu reden. Wir fuhren zu ihrer Mutter und kamen überein, dass die Haltung der Hündin im Garten so nicht bleiben konnte. Ich hoffte insgeheim natürlich, dass die Besitzerin den Hund zur Weitervermittlung abgeben würde, weil natürlich auch der ganzen Nachbarschaft die Haltung der Hündin ein Dorn im Auge war.
Ein paar Monate später kam dann der Anruf, auf den ich so lange gewartet hatte. Die Tochter hatte eine neue Arbeit aufgenommen und nun keine Zeit mehr für den Hund ihrer Mutter. Das war nun Anka´s Chance auf ein warmes Körbchen, in das sie im zweiten Anlauf einziehen durfte. Die Lebensumstände hatten sich nun wieder geändert und die kranke Besitzerin willigte nun ein, dass Anka durch das Tierheim ein neues Zuhause finden sollte, was dann auch ein paar Tage später wirklich geschah.
Die zukünftigen Besitzer entschieden sich für Anka und nahmen sie mit nach Hause. Sie gingen nun selbst mit Anka zum Tierarzt, um sie durchchecken zu lassen. Dabei wurde ein Mammatumor diagnostiziert, der wie der Tierarzt meinte, eine tickende Zeitbombe sei. Er riet den Leuten, die Hündin wieder ins Tierheim zu bringen, was sie dann auch taten. Scheinbar tagte dann ausgiebig der Familienrat, denn am nächsten Tag standen sie wieder bei uns im Tierheim und nahmen unsere Anka wieder mit, um sie für immer zu behalten.
Ein kürzlich abgestatteter Besuch bei dem älteren Ehepaar bestätigte mir, dass Anka das große Los gezogen hatte. Sie sind mächtig stolz auf ihren Hund, mit dem sie sehr viel Freude haben, Herrchen übt sich im Bällchenwerfen, Anka bringt´s und Frauchen ist für draußen zuständig. Dies werden die schönsten und lebensfrohsten Jahre im Leben der Hündin sein, auch wenn die Lebenserwartung von Anka durch den Tumor verkürzt werden sollte. Die Geschichte, die mit Erlaubnis der Besitzer veröffentlicht werden darf, soll als Anreiz für Menschen dienen, die einem älteren, womöglich auch erkrankten Tier keine Chance mehr bei sich einräumen möchten. Ein Leben mit einem älteren Tier ist durchaus lebenswert, denn oft blühen sie noch einmal auf und machen ihre neuen Besitzern durch ihre Lebensfreude glücklich. Unsere Senioren wissen durchaus ein neues Zuhause zu schätzen und sind dankbare Familienmitglieder. Wir danken hiermit Familie Reiplinger, die in Anka ihren Hund gefunden haben.
J. Mathis