Unser Betätigungsfeld im Tierschutz ist groß und lässt alle Varianten offen. Da uns daran gelegen ist, den Gedanken des Tierschutzes zu verbreiten und unsere Mitmenschen zu sensibilisieren gegenüber dem Elend aus Vernachlässigung und schlechter Haltung sind wir immer bemüht, gerade Kindern und jungen Menschen Einblicke in die Tierschutzarbeit zu gewähren. Hier war es nun die Kindertagesstätte Püttlingen, die sich mit einer kleinen Gruppe angemeldet hatte, um sich einmal über das Tierheim und seine Insassen zu informieren. Die Kinder konnten sich nach einem ausführlichen Rundgang, in dem viel zu den einzelnen Themenbereichen wie Kleintiere, Katzen und Hunde über Haltung, Ansprüche und Pflege der einzelnen Tiergattungen vorgetragen wurde, einen Einblick von unserem Tierheim verschaffen. Sie waren sehr interessiert, wollten z. B. genau wissen, warum ein Kaninchen oder Meerschweinchen nicht alleine gehalten werden sollte, warum sie doch Auslauf bräuchten und wieso das niemand im Gartenmarkt erzählen würde, denn dort könnte man schließlich auch diese Tiere kaufen. Sie erzählten stolz von ihren eigenen Haustieren und zauberten am Schluss unserer Rundreise durch das Tierheim noch eine mit Spenden gut gefüllte Schubkarre aus dem Hut. Die Erzieherinnen stellten anschließend noch fest, dass auch sie wieder einmal etwas gelernt hätten und wollten ihrerseits auch für Aufklärung sorgen, was die Haltung von Haustieren anging. Die positive Resonanz spornt an, weiterhin für die Verbreitung der Sache Tierschutz zu werben. Kinder bieten sich besonders an, denn sie nehmen gierig Informationen in sich auf, hinterfragen alles und geben ihrerseits die neu gewonnenen Einblicke an ihre Freunde, Eltern und Geschwister weiter.
Aber auch Jugendliche sind gerade im Teenageralter auf dem Schmusekurs mit Tieren. Vielen der Jugendlichen wird im Tierheim die Möglichkeit zu einem praxisorientierten Praktikum geboten, was von den weiterführenden Schulen unterstützt wird. Sie werden unter Betreuung durch unsere Tierpfleger mit anfallenden Arbeiten wie Reinigen der Käfige im Kleintierhaus, Reinigen der Zimmer und Zwingeranlagen, Auffüllen von Streu und Futter, Entsorgung von Müll, Waschen, Trocknen und Zusammenlegen von Wäsche konfrontiert und lernen dabei auch einmal die andere Seite des Tierheims kennen. Die neu gewonnenen Einblicke in den Beruf des Tierpflegers schärfen sicherlich auch die Sinne der Jugendlichen, wenn es darum geht, sich einmal ein Tier anzuschaffen oder wenn es ihrer Meinung nach um schlechten Umgang mit einem Tier geht. Die meisten der Schüler arbeiteten gewissenhaft und interessiert mit, für einige war es aber auch die Einsicht, dass der Beruf des Tierpflegers oder aber Tiere an sich nicht für sie in Frage kämen. Einige unserer ehemaligen Praktikanten statten uns und unseren Tieren immer noch regelmäßig Besuche ab, andere kommen mit ihren Eltern ins Tierheim und wiederum andere kommen, weil sie auf der Suche nach einem Haustier sind.
Ungewöhnlich vielleicht für einige unserer Leser ist unser Engagement im sozialen Bereich, wie im offenen Strafvollzug, denn wir arbeiten u. a. mit dem Verein für Bewährungshilfe zusammen und geben straffällig gewordenen Menschen die Möglichkeit Arbeitsstunden im Tierheim abzuleisten, die sie als Bewährungsauflage zu erfüllen haben. Die meisten von ihnen kamen gerne und leisteten dabei ihren Anteil für den Tierschutz. Dies war ihnen wichtig, denn zu uns werden gerade die verwiesen, die gerne in diesem Bereich arbeiten möchten und Tiere mögen. Somit leisten wir einen sozialen Beitrag gegenüber Menschen und auf der anderen Seite profitieren unsere Tiere durch kostenfreie Arbeitskräfte.
J.Mathis